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 Hannes Wader 
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Beitrag Hannes Wader
Hannes Wader (* 23. Juni 1942 in Bethel bei Bielefeld als Hans Eckard Wader) ist ein deutscher Musiker und Liedermacher.
Er gilt neben Reinhard Mey, Konstantin Wecker, Franz Josef Degenhardt und anderen als einer der letzten deutschen Liedermacher der „alten Schule“. Zunächst als sozialkritischer Chansonnier bekannt geworden, der Einfluss auf die Studentenbewegung ausübte, wandte sich Wader anschließend auch dem traditionellen deutschen und plattdeutschen Liedgut zu. Seit Ende der 1970er-Jahre begann er sich verstärkt als DKP-Mitglied zu engagieren und trat auf zahlreichen politischen Veranstaltungen auf. Arbeiterlieder und sozialistische Hymnen, die damals einen wichtigen Teil seines Repertoires ausmachten, trägt er heute allerdings kaum noch vor. Seit den 1990er-Jahren interpretiert Wader verstärkt Werke von Dichtern früherer Epochen wie Joseph von Eichendorff oder Carl Michael Bellman.
Ursprünglich war Wader stark beeinflusst vom französischen Chansonnier Georges Brassens und von Bob Dylan. In der Folge wurde sein Werk ab den 1970er-Jahren von den Meistern des traditionellen, speziell anglo-amerikanischen Folk Blues inspiriert. Seine eigenen lyrischen Texte sind zumeist auch mit eigenen Kompositionen unterlegt und oft autobiographisch geprägt. Einige Vertonungen Waders wurden Volkslieder und finden sich in einschlägigen Publikationen wie der Mundorgel. Als sein wohl bekanntestes Lied gilt "Heute hier, morgen dort".

1942 wurde Hannes Wader in dem Ort Bethel bei Bielefeld (heute zu dessen Stadtteil Gadderbaum gehörig) als Sohn eines Landarbeiters und einer Putzfrau geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen mit zwei acht und neun Jahre älteren Schwestern auf. Im Alter von drei Jahren sammelte er bei Familienfesten erste Auftrittserfahrungen. 1948 wurde er eingeschult.
Nach dem Schulabschluss begann Wader eine dreijährige Lehre als Dekorateur in einem Schuhgeschäft und arbeitete anschließend noch drei Jahre in diesem Beruf. Während dieser Zeit lernte er Mandoline und Gitarre. 1957 starb sein Vater im 55. Lebensjahr. Nach eigenen Angaben hatte Wader nie Freude an seinem Beruf. Er wurde mit der Zeit immer nachlässiger und 1962 entließ ihn sein Chef schließlich wegen „Unfähigkeit, Streitsucht und Musizierens während der Arbeitszeit“. Wader hatte ihm im Streit „ein paar Schuhe vor den Wanst“ geworfen.

Noch während seiner Lehrzeit unternahm Hannes Wader die ersten Schritte als Musiker. Er begann sich für Jazz zu interessieren, spielte Klarinette und Saxophon. Wader trat in eine Amateurband ein und wurde dort, im kleinen Kreis, als musikalisches Wunderkind gefeiert. Nach seiner Kündigung 1962 spielte Hannes Wader in verschiedenen Jazzkapellen und trat als Klarinettist und Saxophonist in Bars und Lokalen auf. Noch im selben Jahr lernte er eine Modegrafik-Studentin kennen, die ihn dazu bewegen konnte, ein Grafik-Studium an der Werkkunstschule in Bielefeld zu beginnen. Wader begann wieder zu zeichnen, bewarb sich für ein Studium und wurde angenommen.
Er studierte drei Semester, bekam Ärger mit Dozenten und entschloss sich, Bielefeld zu verlassen. Mit einer Mappe unter dem Arm reiste er per Anhalter nach West-Berlin, um sich an der Akademie für Graphik, Druck und Werbung, der heutigen Universität der Künste, anzumelden, wo er auch angenommen wurde. Während dieser Zeit (1962/63) hörte Wader zum ersten Mal Georges Brassens und war „ungeheuer fasziniert”. An dessen Bandbreite von Zynismus bis Zärtlichkeit – musikalisch nur sparsam unterlegt, aber ausgefeilt bis ins Detail – orientierte sich Hannes Wader vornehmlich in seinen ersten Gehversuchen als Liedermacher. Der Kontakt mit der Musik des französischen Chansonniers kann wohl als Initialzündung und erste Inspirationsquelle für Waders Werk bezeichnet werden. Er begann, selbst zu singen, Gitarre zu spielen und eigene Lieder zu schreiben. Das Loch unterm Dach war seine erste Komposition.
Wader führte vorerst sein Studium fort, weiterhin in der Absicht, Grafiker zu werden. Er hörte zum ersten Mal vom Festival Chanson Folklore International auf der Burg Waldeck. Dort, wo auch die in der West-Berliner Folkszene aktiven Reinhard Mey, Katja Ebstein, Schobert und Black und Ingo Insterburg ihre Karriere begannen, hatte er Pfingsten 1966 selbst seinen ersten großen Auftritt, welcher als musikalischer Durchbruch bezeichnet werden kann und Wader bekannt machte. Anscheinend war der Liedermacher von seiner Performance zunächst nicht so begeistert wie das Publikum, außerdem ging dabei auch Einiges schief, wie er es selbst einmal im folgenden Bericht beschrieb:
„Feucht war's, ich hatte klamme Finger und bin mit meiner Gitarre auf das Podium geklettert. Ich hatte doch noch nie auf so einem Ding gestanden. Vor allem nicht vor dreitausend Leuten! Ich fange an, die Gitarre ist total verstimmt. Überall grinsende Gesichter. Dann reißt mir auch noch eine Saite. Ich habe also auf fünf Saiten weitergespielt, danebengegriffen und so meine Lieder durchgesungen. Dann bin ich wie aus dem Wasser gezogen und weich in den Knien die Treppe runter. Da kamen welche auf mich zu, und ich dachte, die wollen mir was tun. Sie packten mich am Arm, ich habe mich losgerissen und bin abgehauen. Ich habe mich an einen Baum gesetzt, weil ich nicht mehr stehen konnte, und habe erstmal geheult, weil ich dachte, jetzt kannst du dich dort nicht mehr sehen lassen, die schlagen dich tot. Es stellte sich aber heraus: Es war mein Durchbruch! Als ich zurückkam, erntete ich freundliche, anerkennende Blicke und Schulterklopfen.“
Anfang 1967 brach er sein Grafik-Studium ab, wurde aber im selben Jahr noch von Hans A. Nikel, dem damaligen Herausgeber des Satire-Magazins Pardon, für ein Dreivierteljahr als Layouter engagiert, weil ihm seine Lieder gefielen.
Schnell begann Wader in der bereits lebendigen Liedermacherszene West-Berlins Fuß zu fassen. Er stand jeden Abend auf bis zu fünf Bühnen. In der Folgezeit tourte Wader mit Reinhard Mey durch Kneipen und Clubs – ihre Auftritte waren gefragt, doch ihr Repertoire an Liedern war noch relativ klein, so dass sie einige ins Französische übersetzten und jeweils zweimal vortrugen, um den Abend füllen zu können.

1968 war Hannes Wader 26 Jahre alt und ein fester Bestandteil der sich in West-Berlin entwickelnden Folkszene. Alle Versuche Waders, der der Plattenindustrie ohnehin skeptisch gegenüber stand, ein Band mit seinen Liedern zu verkaufen, scheiterten bis dahin. Er blitzte auch bei dem mäßig erfolgreichen Schlagerproduzenten Walter Richter ab, den er durch eine Vermittlung Reinhard Meys kennenlernte.
Bei einem Rundfunkauftritt in Baden-Baden lernte Wader den Musiker Knut Kiesewetter kennen, der Gefallen an seinen Liedern fand und mit ihm eine Platte aufnehmen wollte. Es kam 1969 zu der Produktion Hannes Wader singt… im Studio Windrose in Hamburg. Auf dieser Platte befinden sich ausschließlich eigene Kompositionen. Wader legte bei dieser Aufnahme einen Biss und eine Sozialkritik an den Tag, die auf den folgenden Platten, aber auch späteren Texten regelmäßig wiederkehrten und wohl einen großen Teil seiner musikalischen Identität und Popularität definierten und das auch noch heute tun. Zunächst gelang es Kiesewetter nicht, eine Veröffentlichung zu erreichen. Schließlich brachte er die Produktion bei Philips unter, wo er zuvor eine erfolgreiche Witzplatte produziert hatte. Die Androhung, es würde keine zweite Witzplatte geben, wenn Wader nicht genommen würde, führte schließlich zum Erfolg. Innerhalb weniger Monate wurden mehrere zehntausend Exemplare verkauft, ungewöhnlich für einen Plattenneuling. Wader erhielt danach einen langfristigen Vertrag.

In den 70er-Jahren wurde Hannes Wader durch seine provokanten Texte einer der Stars der links-alternativen Szene.
Wader kam Anfang der 1970er Jahre nach Hamburg. Im Oktober 1971 überließ er seine Wohnung im Stadtteil Poppenbüttel für einige Monate Hella Utesch, einer vermeintlichen NDR-Reporterin. Während dieser Zeit reiste Wader zum letzten Mal per Anhalter durch Europa, um anschließend mit seiner gerade fertiggestellten und erfolgversprechenden LP 7 Lieder auf Tournee zu gehen. Nach seiner Rückkehr fand er seine Wohnung jedoch völlig verwüstet vor. „Hella Utesch” war der Deckname von Gudrun Ensslin, Mitglied der RAF, die sich Waders Behausung als Hauptquartier eingerichtet hatte und dort Experimente mit Sprengstoff durchgeführt hatte. Bei einem Konzert wurde Wader verhaftet. Die Staatsanwaltschaft strengte gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung an. Er und seine Freunde wurden in der Folgezeit observiert und abgehört. Die Medien reagierten mit weitgehendem Boykott, dennoch zeichneten sich seine Sängerkollegen wie zum Beispiel Reinhard Mey in dieser Zeit durch eine Solidarität aus, ohne die Waders Karriere als Liedermacher beendet gewesen wäre: Bei einem geplanten gemeinsamen Rundfunkauftritt hieß es: „Herr Wader, Sie nicht!” Seine Kollegen drohten damit, den Auftritt platzen zu lassen, und so kam Wader doch zu seinem Auftritt. Erst nach Jahren wurde das Verfahren eingestellt. Die Eindrücke dieser Zeit verarbeitete er mit 17 Jahren Verzögerung in dem Lied Alptraum, das auf der Nach-Hamburg-LP von 1989 veröffentlicht wurde:
„Ein alter Alptraum steckt mir jetzt noch in den Knochen, in Hamburg steht ein Spukhaus, da fing alles an […] und ich vermeide dieses Thema, wenn ich kann. Meine Wohnung das Versteck gesuchter Terroristen, die Verhaftung, die Verhöre und dann vor dem Haus die Leiche des erschossenen Polizisten, erspart mir Einzelheiten, ich will auf was andres raus […] ich denke, nur der weiß, wovon ich spreche, den die Justiz auch schon mal in die Mangel nahm, totales Ausgeliefertsein, die Schwäche, die nackte Angst und das Gefühl der Scham […]“
Den Plan, in Hamburg zu bleiben, betrachtete Wader als gescheitert. Er zog 1973 nach Struckum im Kreis Nordfriesland in eine vom ihm sanierte Windmühle, wo auch einige der späteren Alben entstanden und aufgenommen wurden, unter anderem 1978 und 1980 die zwei Produktionen Folk Friends mit Interpreten aus England, Irland, Schottland und den USA.
1974 heiratete Wader die Schauspielerin Susanne Tremper aus West-Berlin. Kurz darauf nahm sie ein Engagement am Basler Stadttheater an. Das Paar sah sich kaum noch und die Ehe wurde sechs Jahre später geschieden.
1977 trat er in die Deutsche Kommunistische Partei ein. In den Medien wurden seine Lieder aufgrund des Parteieintritts noch seltener gespielt. Die Wirkung war, dass mit dem Namen des Liedermachers bei der jungen Generation nichts mehr verbunden wurde. Trotzdem trat Wader bei politischen Veranstaltungen in bestreikten Betrieben auf und wurde aktiv in der Friedensbewegung.

Von 1980 an tourte Wader etwa fünf Jahre im Ensemble mit Lydie Auvray (Akkordeon), Hans Hartmann (Bass) und Reinhard Bärenz (Gitarre), mit denen er auch im Studio arbeitete.
1986 heiratete Hannes Wader die Psychologin Cordula Finck. Im Jahr darauf wurde sein Sohn geboren.
Mit dem Erscheinen von Michail Gorbatschow in der Politik bröckelte Waders politische Überzeugung, die laut eigener Auskunft bis dahin „felsenfest“ gewesen war. Das Ende der Sowjetunion setzte dem Liedermacher schwer zu. Seine stark ausgeprägte Leidenschaft zur politischen Aktivität nahm zusehends ab. Seine sozialistische Grundüberzeugung aber blieb erhalten, weil er der Meinung ist, dass sich seit der Wende die Verhältnisse nicht entscheidend verändert haben. Er stürzte sich in die Arbeit für seinen Hamburg-Lieder-Zyklus, der schließlich 1989 auf dem Album Nach Hamburg publiziert wurde. 1991 trat er schließlich aus der DKP aus.

1995 wurde Waders Tochter geboren. 1998 verließ er die Windmühle in Struckum und zog mit seiner Familie auf einen Resthof im Kreis Steinburg.
2000 und 2001 gab es Sommertourneen mit Konstantin Wecker. Zum Abschluss dieser Tourneen erschien das Live-Album Was für eine Nacht, das die gemeinsamen Konzerte dokumentiert. Zum 60. Geburtstag Waders gab es in seiner Heimatstadt Bielefeld gemeinsam mit Reinhard Mey und Konstantin Wecker ein Konzert, dessen Mitschnitt auf der Doppel-CD Mey Wader Wecker – das Konzert veröffentlicht wurde.
2007 nahm er die CD „Neue Bekannte“ auf. Wie der Titel schon sagt sind darauf 20 bekannte Lieder, wie beispielsweise „Mit Eva auf dem Eis“, „Wilde Schwäne“ oder „Die Moorsoldaten“ im neuen Arrangement zu hören.
Seit August 2008 lebt Wader in Kassel.
Wader beginnt seit 1972 jedes seiner Konzerte mit dem Titel „Heute hier, morgen dort“ (mit Ausnahme von 2 Jahren, in denen er „Gut wieder hier zu sein“ als erstes spielte) und möchte dies auch in Zukunft nicht mehr ändern.

Lieder:

Der Rebell:
Hannes Wader hat sich gerade in den 1970er-Jahren, in denen er politisch sehr aktiv war, den Ruf eines Rebellen erworben. Schon auf seinem ersten Album Hannes Wader singt … tauchten gesellschaftskritische Titel wie Frau Klotzke, Die gute Tat und Strenge Gesellen auf.
Auf seinem zweiten Album Ich hatte mir noch so viel vorgenommen sind Titel wie Charley, Steh doch auf, du armer Hund und Ich hatte mir noch so viel vorgenommen zu finden, die sich mit Außenseitern auseinandersetzen, deren Stellung in der Gesellschaft analysieren, sich aber auch kritisch mit dem Verhalten dieser Leute auseinandersetzen. Wader vertritt die These, dass das gesellschaftliche System so ist, wie es ist, weil die Menschen sich entsprechend verhalten und nicht, dass die Menschen Opfer des Systems seien. Dies wird auch bei vielen anderen Titeln des Liedermachers deutlich, zum Beispiel bei der Arschkriecher-Ballade, die ebenfalls auf Ich hatte mir noch soviel vorgenommen zu finden ist.
Als legendär gelten seine Talking-Blues-Titel wie Langeweile auf 7 Lieder (1972) und der Talking-Böser-Traum Blues auf dem Album Der Rattenfänger (1974). Das bekannteste Lied dieser Kategorie ist Der Tankerkönig, das ebenfalls auf 7 Lieder zu finden ist. Es fand in Der Putsch auf dem Album Kleines Testament eine Fortsetzung. Auch diese Titel sind als politisch und gesellschaftskritisch zu betrachten. Die Talking-Blues-Tradition schloss Wader mit Der Putsch ab. Später knüpfte auf Nicht nur ich allein (1983) mit den Titeln Erfülltes Leben und Der Büffel sowie zuletzt auf dem Album 10 Lieder (1995) mit Der Unsichtbare noch einmal an die Talking-Blues-Tradition an.
Wader sieht aber nicht nur schwarz, sondern setzt auch auf die Hoffnung, wie es zum Beispiel in den Titeln Schon so lang und in Talking-Böser-Traum-Blues deutlich wird.
In dem Titel Wir werden sehen, der auf Glut am Horizont (1985) zu finden ist, setzt sich Wader mit der Vertreibung und Vernichtung der Indianer auseinander und legt als Text eine Bearbeitung der dem Häuptling Seattle zugeschriebenen Rede zugrunde.
Weitere wichtige Titel in dieser Kategorie sind Der Rattenfänger, der sich auf dem gleichnamigen Album von 1974 befindet und sein Lied Es ist an der Zeit, das sich regelrecht zur Hymne der Friedensbewegung entwickelt hat und auf Demonstrationen von Millionen von Menschen gesungen wird.
Poetisches und Politisches:
Hannes Wader beherrscht neben dem deutschen Liedgut und den politisch-gesellschaftskritischen Liedern auch die „zarten Töne“.
Der Liedermacher fällt schon auf seinem Debütalbum Hannes Wader singt… mit derartigen Titeln auf. Besonders stark in dieser Tradition sind in diesem Zusammenhang die Lieder Blumen des Armen, Ich hatte lange schon gespart und Das Loch unterm Dach (bei dem es sich um seinen ersten selbstgeschriebenen – nach eigenen Angaben im Jahr 1962 entstandenen – Titel handelt) zu sehen. Weitere wichtige lyrische Lieder. Wieder eine Nacht aus dem Album Der Rattenfänger von 1974 und das bildhafte, poetische Schon morgen vom Album Kleines Testament von 1976. Das Lied Schlaf, Liebste, das auf den Alben Wieder unterwegs von 1979 und Liebeslieder von 1986 zu finden ist, steht ebenfalls in dieser Tradition.
Es darf auch nicht der Titel Am Fluß vergessen werden, der auf den Alben Glut am Horizont von 1985 und Bis jetzt von 1986 zu finden ist. Mit Au bord de la rivière auf dem Album von 1998 Auftritt: Hannes Wader wurde dieses Lied von ihm sogar in einer französischen Fassung gesungen. Es wurde in den 1980er-Jahren auch durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt, die er aus Anlass seines zwanzigjährigen Bühnenjubiläums absolvierte.
Volkssänger:
Spätestens seit dem Album Hannes Wader: Volkssänger von 1975 hat sich der Liedermacher auch auf diesem Gebiet bekannt gemacht. Sein populärstes Lied als Volkssänger ist der Titel Heute hier, morgen dort. Er gilt als einer der Musiker, die das Singen von Volksliedern wieder populär machten. Es war in den 1970er-Jahren fast verpönt, Volkslieder zu singen, da diese mit einer ausgeprägten politisch rechten Einstellung assoziiert wurden, vor allem wegen ihrer starken ideologischen Instrumentalisierung durch das nationalsozialistische Regime. Trotz aller Kritik daran, dass gerade der linksorientierte Hannes Wader jetzt auch Volkslieder sänge, ließ er sich nicht beirren. Die Resonanz war positiv und in der Liedermacherszene und Folkbewegung gab es immer mehr Gruppen und Interpreten, die den Mut hatten, die Kultur des Volksliedes zu pflegen.
Schon 1974 hatte er sich in dem Album Plattdeutsche Lieder mit norddeutschen Volksliedern auseinandergesetzt. Neben Altüberliefertem wie Dat du min Leevsten büst und Lütt Matten singt er dort auch zwei Gedichtvertonungen von Klaus Groth, He sä mi so vel und Min Jehann.
Traditionelles Liedgut verwendete er zum Beispiel auch in dem Album Hannes Wader singt Arbeiterlieder von 1976, wo neben Titeln wie Bella ciao, Solidaritätslied, Die Internationale und Die Moorsoldaten auch eine aktualisierte Version mit eigenen Text von Trotz alledem zu finden ist. Überwiegend in Plattdeutsch setzt sich Hannes Wader auch mit Seemannsliedern auseinander und nahm 1978 das Album Hannes Wader singt Shanties auf. Hannes Wader singt Volkslieder knüpfte an seine Tätigkeit als Volkssänger an, die überwiegend in den 1970er-Jahren lag.
Zu dieser Kategorie gehören auch seine Interpretationen von internationalen Folksongs, unter anderem von Colin Wilkie und Bob Dylan. Von Colin Wilkie sang er Lieder wie Manche Stadt, das auf drei Alben zu finden ist. Von Wilkie stammt auch Im Garten, das auf dem Album Wieder unterwegs (1979) zu finden ist. Von Bob Dylan, einem seiner großen Vorbilder, singt er in eigener Übersetzung den Titel Nachtfahrt, enthalten auf dem Album 10 Lieder (1995).
Wader trug auch zur Popularisierung des in Deutschland nur wenig bekannten schwedischen Rokoko-Komponisten Carl Michael Bellman bei. Teilweise griff er dafür auf Übersetzungen von Carl Zuckmayer zurück und arbeitete mit Reinhard Mey und Klaus Hoffmann zusammen. (Siehe unter anderem die CD Liebe, Schnaps, Tod – Wader singt Bellmann.)
Heute singt er bis auf Bella ciao, Min Jehann und Ade zur guten Nacht kaum noch Titel aus diesem Repertoire.
Versuch an Schubert:
Hannes Wader wagte sich auch an eine Interpretation von Schubert-Liedern (An dich hab ich gedacht – Wader singt Schubert, 1997). Dafür nahm er Gesangsunterricht, obwohl er sich nicht um einen klassischen Stimmklang bemühte. Die instrumentale Begleitung zu diesen musikalisch sehr anspruchsvollen Liedern überließ er anderen Gitarristen.
Autobiografische Titel:
Hannes Wader hat immer wieder persönliche Erfahrungen und Erlebnisse in seine Lieder einfließen lassen, dies bestimmt auch, um diese besser verarbeiten und bewältigen zu können. Hier seien die Titel Erinnerung, der sich mit seinen frühesten Kindheitserinnerungen während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt, und Ballade vom Fisch genannt, die auf dem Album Es ist an der Zeit zu finden sind. Auf Wieder unterwegs findet sich das Lied So was gibt es noch, das seine Lehrzeit als Schaufenstergestalter satirisch beschreibt. Auf Nie mehr zurück (1991) sind die Lieder Schön ist die Jugend und Erste Liebe zu finden, die sich mit Erlebnissen und Erfahrungen in der Jugendzeit auseinandersetzen. Erwähnenswert sind noch Wenn Du meine Lieder hörst, in dem er sich mit der Kritik an seiner Musik und seinen Liedern auseinandersetzt.
In dem Lied Vaters Land setzt sich Wader sehr kritisch mit seinem Verhältnis zu seinen Heimatland Deutschland auseinander. Auf seinem 2006 veröffentlichten Album Mal angenommen befindet sich das Lied Familienerbe, das von seiner Familie und deren politischen Schwierigkeiten vom Kaiserreich bis zur Zeit des Nationalsozialismus handelt.
Die autobiographischen Titel machen deutlich, dass man Wader als Person und seine Lieder nicht getrennt, sondern als eng zusammengehörig betrachten muss. Der Liedermacher bringt in allen seinen Titel immer wieder persönliche Erfahrungen ein, und das nicht nur in den eindeutig biographischen Titeln.
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Do 3. Jun 2010, 14:39
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Beitrag Re: Hannes Wader
DISKOGRAFIE + TRACKLISTS:

1969 HANNES WADER SINGT...
Alle meine Freunde
Das Bier in dieser Kneipe
Strenge Gesellen
Die gute Tat
Frau Klotzke
Ich hatte lange schon gespart
Nach 12
Das Lied vom kleinen Mädchen--
Das Loch unterm Dach
Viel zu schade für mich
Blumen des Armen
Begegnung

1971 ICH HATTE MIR NOCH SOVIEL VORGENOMMEN
Charley
Eine, die du nicht kennst
Steh doch auf, du armer Hund
Hör auf, Mädchen
Aufgewachsen auf dem Lande
Monika
Arschkriecher-Ballade
Ich hatte mir noch soviel vorgenommen--

1972 7 LIEDER
Heute hier, morgen dort --
Langeweile
Schon so lang
Unterwegs nach Süden
Der Tankerkönig
Rohr im Wind
Kokain

1974 DER RATTENFÄNGER
Der Rattenfänger
Eine Frau, die ich kannte
Manche Stadt
Es ist schon viele Jahre her
Talking-Böser-Traum-Blues
Ballade von der Hanna Cash --
Wieder eine Nacht

1974 PLATTDEUTSCHE LIEDER
De Groffschmidt
Min Jehann
Lütt Anna Susanna
Dar weer eenmal ne lüttge Buurdeern --
Dat du min Leefste büst
Ol Mann de wull riden
He sä mi so vel
De Moel
Keen Graff is so breet
Lütt Matten
De junge Wetfru
Hartleed
Trina, komm mal voer de Doer
Dar buten inne Masch

1975 VOLKSSÄNGER
Trotz alledem
Wie schön blüht uns der Maien --
Das Notabene
Wo soll ich mich hinwenden
Der Kuckuck
Die freie Republik
So trolln wir uns
Das Bürgerlied
Wilde Schwäne
König von Preussen
Weile an dieser Quelle
Der Winter ist vergangen
Freifrau von Droste-Vischering
Es geht ein dunkle Wolke
Bollmann

1976 KLEINES TESTAMENT
Der Putsch (Tankerkönig 2.Teil) --
Schon morgen
Hotel zur langen Dämmerung
Kleines Testament

1977 HANNES WADER SINGT ARBEITERLIEDER
Dem Morgenrot entgegen (Lied der Jugend) --
Auf, auf zum Kampf
Der kleine Trompeter
Bella Ciao
Mamita mia
Die Thälmann-Kolonne (Spaniens Himmel)
El pueblo unido
Trotz alledem (neue Fassung)
Das Einheitsfrontlied
Solidaritätslied
Die Moorsoldaten
Lied vom Knüppelchen
Die Internationale

1978 HANNES WADER SINGT SHANTIES
Ei ho!
De "Hoffnung”
Reine Natur
De untofredene Seemann
Käpt’n Kidd
"Magelhan” (Rolling home)
Hamborger Veermaster
Hein Flott
De Runner von Hamborg (Köm un Beer för mi)
Krüüzfoahrt
De Kock
"Shenandoah”

1979 WIEDER UNTERWEGS
So was gibt es noch
Im Garten
Traum vom Frieden
Unterschriftensammlung --
Freunde, Genossen
Schlaf, Liebste
Wieder unterwegs

1980 ES IST AN DER ZEIT
Nun muss ich gehn --
Emma Klein
Blick zurück
Erinnerung
Ballade vom Fisch
Hafenmelodie
Es ist an der Zeit

1982 DASS NICHTS BLEIBT WIE ES WAR
Heute hier, morgen dort
Schon so lang
Winterlied
Traum vom Frieden
Leben einzeln und frei
Es ist an der Zeit
Rohr im Wind
Sommerlied
Sag mir, wo die Blumen sind --

1983 NICHT NUR ICH ALLEIN
Die bessere Zeit
Gut, wieder hier zu sein --
Uns bleibt keine Wahl
Erfülltes Leben
Die Mine
Pablo
Veränderung
Der Büffel

1985 GLUT AM HORIZONT
Wir werden sehn --
Abschied
Am Fluss
Dioxin
Damals
Landsknecht
Johnny

1986 LIEBESLIEDER
Wenn du meine Lieder hörst
Alles wird so leicht
Jepestinja Stepanowas Garten --
Seit du da bist
Es ist wahr
Lisa
Blick zurück
Manche Stadt
Mammi
Schlaf, Liebste

1987 BIS JETZT (live)
Gut, wieder hier zu sein
Wir werden sehn
Hotel zur langen Dämmerung --
Blumen des Armen
Der Rattenfänger
Johnny
Charley
Mammi
Kokain
Der Rattenfänger im Café G.
Am Fluss
Hafenmelodie
Unterwegs nach Süden
Lisa

1989 NACH HAMBURG
Lothar
Nach Hamburg
Der Kodiak-Bär
Hamburg-Oregon
Mit Eva auf dem Eis
Capuccino I
Capuccino II
Die Möwe
Denkmalsbeschreibung
Die Kinder vom Bullenhuser Damm --
Schlachthof
Anke’s Biolade
Große Freiheit
Alptraum
Folgenlos
Hafenmond
Mondphase (instr.)
Macht’s gut

1990 HANNES WADER SINGT VOLKSLIEDER
Rosen im Dezember
Bunt sind schon die Wälder
Muss denn zum Städtele hinaus
Und in dem Schneegebirge
Ich fahr dahin
Innsbruck, ich muss dich lassen --
Ännchen von Tharau
Jetzt kommen die lustigen Tage
Wenn alle Brünnlein fliessen
Morgen muss ich fort
Kein Feuer, keine Kohle
Als ich gestern einsam ging
Drei Zigeuner
Die Reise nach Jütland
Ade zur guten Nacht

1991 NIE MEHR ZURÜCK
Krebsgang
Im Januar
Traumtänzer
Schön ist das Alter
Die Stille
Der Zimmermann
Der Büffel
Du träumst von alten Zeiten --
Schön ist die Jugend
Erste Liebe

1992 SCHON SO LANG '62 – '92“ (Compilation)
Lied vom kleinen Mädchen
Heute hier, morgen dort
Charley
Unterwegs nach Süden
Kokain
Arschkriecher-Ballade
Der Rattenfänger
Schon morgen
Hotel zur langen Dämmerung --
Rosen im Dezember
Schon so lang
Nach Hamburg
Schön ist die Jugend
Der Tankerkönig

1992 BLICK ZURÜCK - DAS BESTE AUS DEN 80ER JAHREN
Blick zurück
Ballade vom Fisch
Schlaf, Liebste
Leben einzeln und frei
Am Fluss
Es ist an der Zeit
Traum vom Frieden
Hafenmelodie
Gut, wieder hier zu sein
Seit du da bist
Sommerlied
Wir werden sehn
Pablo
Sag mir, wo die Blumen sind --
Nun muss ich gehn

1995 ZEHN LIEDER
Nachtfahrt
Strom der Zeit
Alle Hügel
Eltern
Unglück vor mir
Das Meer ist tief
Nie mehr Streit
Tagtraum
Der Unsichtbare --
Wer weiss

1996 LIEBE SCHNAPS TOD – Wader singt Bellman (mit Reinhard Mey und Klaus Hoffmann)
Prosit bei Tag und Nacht
Rasch, es weht ein Wind von Süd
Komm, nimm deine Geige
Trink aus dein Glas
Der Teufel ist hier
Blast, Musikanten
Schau, wie die Nacht
Weile an dieser Quelle
Blas, Vater Berg, die Flöte
Charon durchbricht die Leere -
Brüder, es zieht ein Geruch übers Land
Das Notabene
Tritt vor, du Gott der Nacht
So trolln wir uns
Darfst nun getrost

1997 AN DICH HAB ICH GEDACHT – Wader singt Schubert
Der Musensohn
Ständchen
Die Forelle
Im Abendrot
Das Wandern
Der Neugierige
Wohin?
Morgengruss
Des Müllers Blumen
Der Müller und der Bach
Des Baches Wiegenlied --
Gute Nacht
Wasserflut
Frühlingstraum
Die Post
Täuschung
Der Leiermann

1998 AUFTRITT: Hannes Wader (LIVE)
Die bessere Zeit
So was gibt es noch
Nach Hamburg
Manche Stadt
Alle Hügel
Gute Nacht
Day to day
Erinnerung
Tagtraum
Nachtfahrt
Au bord de la rivière
An die Musik
Ständchen
Zärtliche Liebe
Jepestinja Stepanowas Garten
Reiter wieder an der schwarzen Mauer --
Darfst nun getrost
Der Mond ist aufgegangen

2001 WAS FÜR EINE NACHT (live mit Konstantin Wecker)
Gut wieder hier zu sein
Viel zu schade für mich
Was passierte in den Jahren?
Schon morgen
Vaterland
Questa nuova
Es ist an der Zeit
Der Fachmann
Ankes Bio-Laden
Große Freiheit
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
Genug ist nicht genug
Liebeslied im alten Stil
Cocaine
Bella Ciao
Sage nein!
Schon so lang
Gut wieder hier zu sein

2001 WÜNSCHE
Gestresst
Wünsche
Victor Jara
Kleine Stadt
Vorfrühling
Sommernacht
Novemberlied
Winternacht
Vaters Land
Von der Ehe
Ich bring dich durch die Nacht
Indian summer

2003 MEY - WADER - WECKER – das Konzert
Gut, wieder hier zu sein
Damals
Schön ist die Jugend
Kleine Stadt
Komm, gieß mein Glas noch einmal ein
Ein Stück Musik von Hand gemacht
Freundliche Gesichter
Rencontre/Begegnung
Im Namen des Wahnsinns
Wenn die Börsianer tanzen
Willy 4
Rosen im Dezember
Vaters Land
Wünsche
Erste Liebe
Was passierte in den Jahren
Stürmische Zeiten, mein Schatz
Amerika
Ich wollte wie Orpheus singen
51er Kapitän
Lass Liebe auf uns regnen
Diplomatenjagd
Gestresst
Sage Nein!
Bella Ciao
So trolln wir uns
Gute Nacht Freunde
Wer weiß

2004 … UND ES WECHSELN DIE ZEITEN
Paris 1794
Milliardäre
Griechisches Lied
Vanitas! Vanitatum Vanitas!
Stellungnahme
Wandern lieb ich für mein Leben
O käm das Morgenrot herauf
Vergänglichkeit der Schönheit
Vereinsamt
Petite Ville
Krieg ist Krieg
Ade nun zur guten Nacht

2004 – Wein auf Lebenszeit – Hannes Wader liest Kurt Kusenberg

2005 JAHR FÜR JAHR
Eltern
Rasch, es weht ein Wind von Süd
Schau, wie die Nacht
Brüder, es zieht ein Geruch übers Land
Au bord de la riviere
Day to day
Die Forelle
Du holde Kunst
Des Baches Wiegenlied
Liebeslied im alten Stil
Wünsche
Ich bring dich durch die Nacht
Griechisches Lied
Stellungnahme
Der Tankerkönig - live in Berlin 1972

2006 MAL ANGENOMMEN
Politik (Mal angenommen ...)
Blues in F
Der hölzerne Brunnen
En roulant ma boule
Schwestern, Brüder
Trotz alledem III
Gewalt
Gute Tag
Der Weißdornbusch
Familienerbe

2007 NEUE BEKANNTE
Mit Eva auf dem Eis
Abschied
Traumtänzer
Min Jehann
Capuccino
Folgenlos
Rosen im Dezember
Hafenmond
König von Preußen
Die Moorsoldaten
Mamita mia
Uns bleibt keine Wahl
Wilde Schwäne
Die Möwe
Der Zimmermann
Es ist schon viele Jahre her
Rencontre
Im Januar
Eine, die du nicht kennst
Schön ist das Alter

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Do 3. Jun 2010, 14:42
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Beitrag Re: Hannes Wader
Neues Album ab 16. Juli im Handel:

2010 WECKER UND WADER: KEIN ENDE IN SICHT
1 Leben Im Leben
2 Schön Ist Das Alter
3 Damals
4 Feine Gesellschaft
5 Trotz Alledem
6 Was Immer Mir Der Wind Erzählt
7 Nun Muss Ich Gehn
8 In Diesen Nächten
9 Ich Singe Weil Ich Ein Lied Hab
10 Mamita Mia
11 Wiener Fiakerlied
12 Gutti Land
13 Die Mine
14 Was Keiner Wagt
15 Traumtänzer
16 Dat Du Min Leefste Büst
17 Schlendern

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Mo 12. Jul 2010, 12:55
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